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06.05.2013

Neue Grenzwerte für den Schutz am Arbeitsplatz und Einsatzort

Eine Vielzahl von Regeln, Gesetzen und Vorschriften soll Menschen an ihrem Arbeitsplatz vor gesundheitsschädlichen Stoffen schützen. Wichtige Werte sind in diesem Zusammenhang die MAK und AGW sowie, speziell für Feuerwehrleute, der ETW bzw. die AEGL.

Bis 2005 gab die Senatskommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe mit der Maximalen Arbeitsplatzkonzentration MAK Grenzwertempfehlungen für gesundheitsschädliche Arbeitsstoffe ab.

Laut den Vorgaben der DFG zur Aufstellung von MAK-Werten bezeichnen diese die „höchstzulässige Konzentration eines Arbeitsstoffes [...] in der Luft am Arbeitsplatz, die nach dem gegenwärtigen Stand der Kenntnis auch bei wiederholter und langfristiger, in der Regel 8-stündiger Exposition, jedoch bei Einhaltung einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 40 Stunden [..] die Gesundheit der Beschäftigten nicht beeinträchtigt und diese nicht unangemessen belästigt“. Die MAK sind Luftwerte und benennen die höchstzulässige Konzentration von Arbeitsstoffen in Form von Gasen, Dämpfen oder Aerosolen.

Basis für die Festlegung der Werte ist der aktuelle wissenschaftliche Kenntnisstand. Nach Überprüfung der Vorschläge, die die Senatskommission erarbeitet, werden die Werte in die Technischen Regeln für Gefahrstoffe „Arbeitsplatzgrenzwerte“ (TRGS 900) übernommen.

Seit dem Inkrafttreten der an europäisches Recht angepassten Gefahrstoffverordnung 2005 werden die MAK-Werte unter der Abkürzung AGW für „Arbeitsplatzgrenzwert“ geführt. Der Arbeitsplatzgrenzwert ist demnach „die zeitlich gewichtete durchschnittliche Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz im Bezug auf einen gegebenen Referenzzeitraum“ (§2 Absatz 7 GefStoffV). Er wird auf Basis belastbarer toxikologischer und arbeitsmedizinischer Erkenntnisse zu den jeweiligen Stoffen aufgestellt.

Da die bis 2005 verwendeten MAK-Werte die wissenschaftlichen Anforderungen, die an die neuen AGW gestellt werden, ebenso erfüllen, gelten sie unter der neuen Bezeichnung weiterhin. Die AGW entsprechen also den zuvor gültigen Werten der MAK. In der Gefahrstoffverordnung werden die von der Senatskommission erarbeiteten MAK-Werte mit der Herkunft „DFG“ gekennzeichnet, im Unterschied z. B. zu EU-Grenzwerten.

Das mit der Novellierung der Gefahrstoffverordnung von 2005 neu eingeführte vierstufige Schutzstufenkonzept, das die zu treffenden Schutzmaßnahmen an der Kennzeichnung der Gefahrstoffe ausrichtete,  wurde mit der Fassung vom 2010 wieder aufgehoben. Grund war die Unvereinbarkeit mit der europäischen CLP-Verordnung zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Chemikalien, die andere Vorgaben zur Kennzeichnung von Gefahrstoffen macht als die im Zuge des Schutzstufenkonzeptes verwendeten. Die neue GefStoffV führt stattdessen mehrstufige, aufeinander aufbauende Schutzmaßnahmenpakete auf, die nicht mehr wie das Schutzstufenkonzept nach der Kennzeichnung des Stoffes, sondern nur nach dem Ausmaß der Gefährdung unterscheiden.