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06.05.2013

AEGL und ETW – Änderungen bei den Richtwerten für Feuerwehr und Katastrophenschutz

Eine weitere wichtige Größe sind die Störfallbeurteilungswerte AEGL und ETW.

Die Abkürzung AEGL steht für Acute exposure guideline levels und bezeichnet den toxikologisch begründeten Spitzenwert einer Stoffkonzentration. Der Wert wird neben der sicherheitstechnischen Planung störfallrelevanter Anlagen auch bei der Katastrophenschutzplanung und der Planung von Gefahrenabwehrmaßnahmen verwendet.

Es werden fünf Expositionszeiträume –
10 Minuten 

30 Minuten

1 Stunde
2 Stunden und
8 Stunden
unterschieden sowie drei Effekt-Schweregrade, die die gesundheitlichen Auswirkungen auf den Menschen skizzieren und mit verschiedenen Handlungsanforderungen an die Feuerwehr verbunden sind:
AEGL-1: spürbares Unwohlsein
AEGL-2: schwerwiegende, lang andauernde oder fluchtbehindernde Wirkung
AEGL-3: tödliche Wirkung

So sollte bei einem AEGL-1-Wert die Bevölkerung gewarnt und sichergestellt werden, dass diese bei Erreichen eines höheren Wertes sicher evakuiert werden kann.

Da Daten zur akuten Wirkung von Schadstoffen meist nur lückenhaft vorliegen, müssen die AEGL in der Regel aus mithilfe von Tierversuchen gewonnen Daten abgeleitet werden. Aufgestellt werden die Werte in Deutschland seit Ende der 1990er Jahre von der Toxikologie-Expertengruppe der damaligen Störfallkommission- 2005 aufgegangen in der Kommission für Anlagensicherheit. Erstmals festgelegt wurden sie Ende der 1990er Jahre in den USA, mit denen inzwischen eine enge Kooperation bei der Festlegung besteht. Allerdings ist die Übernahme der US-Vorgaben nicht verbindlich für Deutschland, Korrekturen sind möglich.

Seit 2005 wird in Deutschland außerdem der Einsatztoleranzwert ETW verwendet, der speziell für Feuerwehren entwickelt wurde. ETW werden für Stoffe erstellt, die im Feuerwehreinsatz in Form von Dämpfen oder Gasen vorkommen, mit einfachen Mitteln messbar sind und von denen eine toxikologische Bewertung existiert. Sie sind in der vfdb-Richtlinie 10-01 aufgelistet und umfassen Stand Herbst 2010 44 Stoffe.

Der ETW ist so angelegt, dass unterhalb des jeweiligen Wertes die „Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Einsatzkräften ohne Atemschutz bei etwa vierstündiger Exposition während eines Einsatzes und in der Folgezeit nicht beeinträchtigt wird.“ Die ETW-Werte entsprechen definitionsgemäß den AEGL-2-Werten für eine Exposition von 4 Stunden ohne Atemschutz und können durch die AEGL-2-Werte ersetzt werden, wenn diese final vorliegen. Die Liste der ETW kann damit höchstens 75 Werte umfassen, da nach Stand Februar 2013 75 endgültige AEGL vorliegen.